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Burger Winterzauber

Auf einen stimmungsvollen Winterzauber-Spaziergang durch den Kurort sind Einheimische wie auch Gäste ab dem 1. Advent herzlich eingeladen. Hinter beleuchteten Fenstern wird über winterliches Brauchtum und die Magie der Advents- und Weihnachtszeit erzählt.

Stationen zum Entdecken:

Der Drebom an der Touristinformation

Bis zum Jahr 1880 gab es in sorbischen/wendischen Bauernhäusern kaum Weihnachtsbäume. Stattdessen fand man fast überall eine Weihnachtspyramide, die mit Kränzen, farbigem Paper, Strohblumen und Kerzen geschmückt und mit Pfefferkuchen, Nüssen und Zuckerzeug behangen war.

Daraus entwickelte sich in Burg die Tradition des Dreboms. Er wurde meist selbst gefertigt und besteht aus einem drehbaren, auf stählernen Spitzen angebrachtem Holzgestell, geschmückt mit allerlei Zierrat und Zuckerzeug. Durch die aufsteigende Wärme der Kerzen dreht sich der Baum. Aber anders als bei der Pyramide drehen sich die Kerzen mit. Bis nach dem Ersten Weltkrieg war der Drebom weit verbreitet, danach wurde er meist durch einen Weihnachtsbaum ausgetauscht. Erst in den letzten Jahren hält der Drebom wieder Einzug in einige Häuser.

Federnschleißen im Haus der Begegnung

In der kalten Jahreszeit traf man sich im Spreewald zum Federnschleißen. Eingeladen waren meist Frauen aus der Nachbarschaft oder teilweise auch aus anderen Orten, um den neusten Klatsch und Tratsch zu erfahren, sich auszutauschen und gesellig beisammen zu sein. Aber gearbeitet wurde nebenbei auch. Oftmals wurden in der Vorweihnachtszeit viele Enten oder Gänse gleichzeitig für das Weihnachtsessen geschlachtet. Feder für Feder wurde beim Schleißen dann in die Hand genommen und geteilt, um eine weiche Füllung für die Federbetten oder -kissen zu bekommen. Das Fedrige wurde vom Kiel getrennt und kam in eine Schüssel, die unbrauchbaren Kiele unter den Tisch. Aber nicht alle: Die größten und besten Kiele wurden aussortiert. Diese wurden dann in der Osterzeit zum Eierverzieren genutzt. Während die Frauen beim Federschleißen zusammensaßen, vergnügten sich die Männer meist beim Kartenspielen, wie Skat oder Schafkopf. Diese Wintertradition wird im Spreewald auch heute noch gepflegt, wenn auch nicht mehr so verbreitet, wie damals.

Zampern und Fastnacht im Haus der Begegnung

Wenn aller Flachs im Spreewald versponnen und die winterlichen Arbeiten in der Spinte beendet waren, begannen die Vorbereitungen zum Zapust. Er ist der wohl bekannteste Winterbrauch im Spreewald. Von Januar bis März findet die Wendische Fastnacht in den Dörfern des Amtes Burg (Spreewald) statt. Der Beginn des Zapust ist das Zampern. Verkleidet mit bunten Kostümen ziehen die Bewohner mit Musik durch das Dorf. Dies soll die bösen Geister des dunklen Winters vertreiben. Auf jedem Hof wird angehalten, an jeder Tür geklopft und mit dem Hauseigentümer ein Schnäpschen getrunken und ein Tänzchen gewagt. Als Dank erhalten die Zamperakis von den Dorfbewohnern Eier, Speck und Geld.
Meist eine Woche später oder am darauffolgenden Tag findet der große Fastnachtsumzug statt. Die Männer tragen einen schwarzen Anzug, in einigen Dörfern auch Hut, mit einem Ansteckstrauß aus bunten Papierblüten. Die Frauen haben ihre wunderschöne Festtagstracht angezogen. Mit Musik und Gesang ziehen die Paare durch das Dorf. Am Abend wird dann zum großen Fastnachtstanz geladen. Es geht der Brauch, dass man hoch tanzen soll, damit der Flachs im Sommer gut wachse.

„Sind gute Kinder da?“ im Hotel Bleske

Der Weihnachtsmann ist eine „Erfindung“ der jüngeren Zeit. Gabenbringer bei unseren Vorfahren waren Knecht Ruprecht, in Burg „Uprecht“ genannt, sowie das Christkind oder Bescherkind. Leider gibt es dazu nur wenige Aufzeichnungen. Bekannt bis heute ist das Jänschwalder Bescherkind – Janšojski bog – Jänschwalder Gott. Die Spintegemeinschaft wählte ein Mädchen aus und schmückten es aufwändig mit Trachtenteilen aus der Brautjungferntracht, mit bunten Bändern, Ketten und Kränzen. Das Gesicht wurde mit einer tüllsitze bedeckt. Niemand sollte das Mädchen erkennen. Schweigend mit zwei Begleiterinnen ging es von Haus zu Haus. Es beschenkte artige Kinder und streichelte sie mit ihrer glücksbringenden Rute.

Knecht Ruprecht hatte ein schwarzes Gesicht mit langem Bart. Er trug ein weißes Gewand und eine weiße spitze Mütze mit Glocke oder einen umgedrehten schwarzen Pelz mit einem Strohseil um den Leib, dazu einen Sack mit Äpfeln, Nüssen und ein Fichtenzwei in der Hand.

Weihnachten in der Burger Kirche

„Am Heiligabend wird Christnacht gefeiert. Eltern und Kinder, Jung und Alt, alle strömen ins Gotteshaus. Die Plätze sind besetzt; es brennt der Christbaum (die Kerzen), Kirchenchor, Posaunen verschönern die Feier. Auf den Bänken hinter der Orgel sitzen die jungen Mädchen, jedes mit einer brennenden Kerze. Nach der Feier singen die Mädchen vom Turme ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘ ...“

So beschrieb vor rund 100 Jahren der Kirchenälteste Henrich Laurischka die Heilige Nacht in der Burger Kirche. Die Mädchen trugen beim Adventssingen keine bunte Tracht, sondern wie in der Fastenzeit grüne Röcke, schwarze Schürzen, Polka und schwarze Haube.

Weihnachtsstube im Eiscafé Urban

Die Adventszeit war eine stille Zeit. Man ging nicht zum Tanz und fastete. Und man bereitete Haus und Hof bis zum 23. Dezember auf Weihnachten vor. Es wurde reichlich Holz gehackt und das Futter fürs Vieh vorbereitet, damit zwischen den Feiertagen relativ wenig Arbeit anfiel. Auch das Essen wurde soweit wie möglich vorbereitet. Das waren die letzten Arbeiten vor den Zwölften, mjazy gódami. Die Raunächte galten als die gefährlichste Zeit des Jahres. Verbote entstanden aus Angst vor den Geistern. Viele erinnern sich sicher an die Sprüche der Großmutter, dass man von Weihnachten bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, keine große Wäsche waschen durfte. Während der Zwölften durften keine Bohnen gegessen, kein Holz gehackt und kein Dünger ausgefahren werden... Genau genommen waren diese Tage der "Jahresurlaub" unserer Vorfahren.
An Heiligabend gab es kein Fleisch, mittags aßen die Spreewälder Sauren Hering und Brot. Am Weihnachtsabend wurde ein besonders schöner und großer Holzklotz für das Feuer ins Haus geholt, damit er die ganze Nacht Licht und Wärme spendet. Die Asche wurde dann um die Obstbäume herum verstreut, damit diese im kommenden Jahr gute Ernte bringen.

Spreewälder Weihnachtsbäckerei in der Bäckerei Mieth

Gebacken wurde in der Weihnachtszeit nur an einem Backtag, meistens war das der 23. Dezember. Es wurde der Stollenteig zubereitet, Plätzchen und Brot für die nächsten 14 Tage gebacken. Es wurden auch noch bis zu 10 Sorten Blechkuchen in den Ofen geschoben. An Weihnachten kam vor allem die "guten" Sorten, wie Mohn-, Raspel-, Quark- und Streuselkuchen auf den Tisch. Diese gab es nicht immer zu essen. Die Restwärme des Ofens wurde gleich zum Vorbraten des Weihnachtsschweines genutzt. Das Schwein galt als heidnische Opferspeise. Später war es dann die Weihnachtsgans, die in den Ofen kam.
Wussten Sie schon? Die 9 ist die slawische Glückszahl. An Weihnachten soll man Speisen mit 9 Zutaten essen, um Glück zu haben. So besteht der Stollen aus Mehl, Zucker, Butter, Butterschmalz, Rosinen, Zitronat, Hefe, Milch und Mandeln.
Wer keinen großen Backofen zu Hause hatte, brachte in großen Wannen den Stollenteig zum Bäcker, der ihn dann backte.

Liebesorakel und Aberglauben bei der Genusswelt

Die Adventszeit war für unsere Vorfahren eine geradezu magische Zeit, in der der Aberglaube und Liebesorakel Hochkonjunktur hatten. Grund dafür sind die im Volksbrauch verankerten Losnächte um Weihnachten und Silvester herum. Eine ist die Andreasnacht, die Nacht vom 29. auf den 30. November. Sie ist dem Heiligen Andreas, dem Schutzheiligen der Liebenden und des Ehestandes (und der Fischer) gewidmet. In diesen Nächten können Mädchen zum Beispiel herausfinden, wer der künftige Ehemann sein wird. Möchten sie erfahren, ob sie im kommenden Jahr heiraten werden, sollen sie an die Tür des Hühnerstalls klopfen: Meldet sich zuerst der Hahn, ist dies ein gutes Vorzeichen. Oder sie horchen an fremden Haustüren, ob sie zuerst ein Ja oder Nein hören.
Am Andreasabend soll man (schweigend) Kirschbaumzweige abschneiden und ins Wasser stellen, damit sie zu Weihnachten blühen. Wünsche, die man sich beim Schneiden denkt, gehen in Erfüllung, wenn die Zweige wirklich aufblühen. Die blühenden Zweige bringen Glück in der Liebe und Fruchtbarkeit.


Aberglauben:
Am Luzientag (13. Dezember) soll man sich vor den Hexen hüten, auch nichts verborgen.

Am Vorabend es Thomastages (20. Dezember) soll man nicht spinnen, sonst erscheint der Domaš und wirft eine Mulde voll Därme in die Stube.
Dass Därme als Attribut dieses Tagesheiligen erscheinen, weist darauf hin, dass man früher an diesem Tag das Weihnachtsschwein geschlachtet hat.

An den ersten Feiertagen zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten soll man nicht stampfen, Holz hauen und dergleichen Lärm machen, sonst gibt es Ungeziefer, Ratten und dergleichen, soweit der Lärm zu hören ist.

Am Abend des Zampern tanzt man, auch die Frauen. Je höher man springt, desto höher wird der Flachs. In Burg tanzten die Frauen öffentlich nur an Fastnacht, an Kaisers Geburtstag und am Sedantage. Früher tanzten auch nur Mädchen ohne Kinder.

Weitere Liebesorakel:

In den Spinnstuben lassen sie einen Gänserich los. Welchem Mädchen er am Rock zupft, die wird binnen Jahresfrist heiraten.

Am Christabend soll man den Pflaumenbaum schütteln und sagen
„Bäumchen, ich schüttel dich,
Feinsliebchen, melde dich!"

Winter im Spreewald bei Foto Steffen

Die Spreewaldfließe, die im Sommer mit dem Kahn oder Paddelboot erkundet werden, froren im Winter regelmäßig zu. Hinzu kam, dass auch die Wiesen durch die häufigen Winterhochwasser oft überflutet waren, so dass sich der Spreewald in eine riesige Eisfläche verwandelte. Handwerker, Postboten, auch Trauer- und Jagdgesellschaften, nutzten die gefrorenen Fließe für ihre Wege. Sogar die Feuerwehr eilte über das Eis zum Brandherd.
Gefahren wurde nicht mit üblichen Schlittschuhen, sondern mit "Holländern". Zur Hilfe kam ein Stab mit Spitze zum Abstoßen, um in Fahrt zu kommen. Ein Haken als Rettungshilfe und zum Prüfen der Eisstärke war auch noch dran. Neben den Schlittschuhen war auch der Stoßschlitten ein beliebtes Verkehrs- und Transportmittel. Es wurden vor allem kleine Kinder, ältere Leute und Gepäck befördert. Aber auch touristisch wurden die Schlitten genutzt. Mit einer Wolldecke warm verpackt, auf einem Polster von duftendem Heu, einem warmen Stein an den Füßen, dem nötigen Proviant und einem kräftigen Schlittenschieber konnte man den "verzauberten Eis-Spreewald" von seiner schönsten Seite entdecken.

Die Spinte in der Heimatstube Burg

Schnurrende Spinnräder, es wird geplaudert und gekichert - so saßen die Mädchen und unverheirateten Frauen früher in den Spinnstuben, die Spinte. Von Oktober bis März trafen sie sich, um Flachs für die Leineweberei zu spinnen. Später war es dann eher Wolle zum Stricken, oder sie stickten Rockbänder und Tücher für ihre Tracht. Es war meist eine lustige Runde, es wurde gesungen und gelacht. Die Kantorka, die Vorsteherin der Spinnstube, kannte oft über 200 Lieder auswendig und übte diese für die Fastnachts- oder Osterzeit mit den Mädchen. Im Advent wurden Weihnachtslieder gesungen.
Jungen hatten in der Spinte keinen Zutritt, sie warteten bei Dame- oder Mühlespielen ungeduldig bis es 22 Uhr war, und die Besuchszeit begann. Manch Pärchen fand in der Spinte sein Glück. So war die Spinnstube auch kultureller Mittelpunkt, man tauschte den Dorftratsch aus oder erzählte sich Sagen und Märchen, und auch die Wendische Fastnacht wurde vorbereitet.