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Osterwasser und Osterbäckerei

In der Nacht zu Ostern wird eine Menge Schabernack betrieben. Früher gingen die Mädchen in dieser Nacht das heilkräftige Osterwasser holen. Es sollte schön machen und gegen Krankheiten helfen. Voraussetzung war jedoch, auf dem Weg zum Wasser und zurück nicht zu reden. Kam jedoch ein Ton über die Lippen, verwandelte sich das magische Osterwasser in Quasselwasser.

Als Geschenk für Freunde, Familie und vor allem für die Paten werden Ostersemmeln gebacken.

Osterbrot ©Peter Becker
Osterbrot früher ©Foto Steffen
Osterbrot für die Patenkinder ©Peter Becker
Osterbrot früher ©Foto Steffen
Osterwasser holen ©Peter Becker
Osterwasser holen ©Peter Becker

Rezept Ostersemmel

Die Ostersemmel hat ganz verschiedene Formen. In einigen Spreewalddörfern wird sie aus drei Teigsträhnen geflochten und symbolisiert so die Heilige Dreifaltigkeit.

In Burg ähnelt sie einem Spreewaldkahn, symbolisiert aber ein Palmenblatt und ist 40 bis 50 Zentimeter lang. Nur noch eine Bäckerei ist bekannt, in der die Ostersemmel so wie vor Jahrzehnten üblich noch gebacken wird: Werner und Heidemarie Mieth aus Burg führen damit eine lange Tradition fort, die auch unter Sohn Stephan nicht enden wird. 1976 hatte das Ehepaar die Bäckerei von Vater Hermann Urban übernommen, die bereits 1956 in Burg bestand. In Cottbus gab es übrigens schon 1934 eine Bäckerei Mieth.

Das Rezept für die Ostersemmel ist ein altes Familienrezept und natürlich geheim. Schon Hermann Urban habe als Lehrling das Gebäck bei seinem Burger Meister nach dieser Rezeptur gebacken. Hergestellt werden die Ostersemmeln übrigens hauptsächlich in der Karwoche. Doch auch Bestellungen werden angenommen.

Doch neben Museen und Heimatstuben sind es vor allem die Burger selbst, die die Ostersemmeln weiterhin verschenken, wenn auch nicht immer vom Paten ans Patenkind, sondern z.B. von Tante und Onkel an Nichten und Neffen. Und auch Urlauber sind neugierig auf das Traditionsgebäck, erzählt Heidemarie Mieth. Und so hat die Bäckerei Mieth inzwischen auch kleinere Exemplare im Angebot. Heute werden jedes Jahr über 100 Ostersemmeln gebacken.

Oftmals hatten die Kinder früher mehrere Paten und bekamen so auch mehrere Ostersemmeln. Dann ließ man sie hart werden und bereitete eine Milchsuppe zu. Oder man stippte sie in gesüßten Kaffee oder Milch. Auch heute ist das eine beliebte Weise, das Gebäck zu verzehren. Frisch schmeckt die Ostersemmel mit Wurst oder Marmelade oder mit Leinöl und Zucker.